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Die Spitex-Koordination ist systemrelevant
Spitex koordiniert Übergänge, das Medikationsmanagement, interprofessionelle Fallbesprechungen, die Unterstützung von pflegenden Angehörigen und die Pflegeplanung. Sie fungiert als zentrale Schnittstelle in der integrierten Versorgung und identifiziert individuelle Bedürfnisse direkt im häuslichen Umfeld.
Die derzeitige Kostenerstattung bleibt strukturell unzureichend
Koordination ist nur unter engen Voraussetzungen als A-Leistung vergütungsfähig. Telefonate, Prävention, sozial-organisatorische Aufgaben und die Koordination im Krankenhaus werden häufig nicht vergütet, obwohl Spitex diese Tätigkeiten routinemässig ausführt.
Standardisierung und Digitalisierung sind erforderlich
Interviews zeigen unklare Definitionen, versichererspezifische Abrechnungsprozesse und fehlende digitale Schnittstellen. Vorgeschlagene Ansätze umfassen klarere Regulierung, verpflichtende gemeinsame digitale Akten, neue Tarifpositionen sowie fallbasierte oder komplexitätsangepasste Vergütung für Koordination.
In der Fortbildungsveranstaltung „Koordinationsleistungen durch die Spitex im Rahmen der integrierten Versorgung in der Schweiz“, organisiert von der Klinik Barmelweid, präsentiert Sibylle Fischbacher, MSc in Nursing Science und MSc in Health Economics and Management, die Relevanz, den aktuellen Vergütungsrahmen und die systemischen Herausforderungen von Koordinationsleistungen der Spitex. Sie erklärt, dass die zunehmende Verlagerung von stationärer zu ambulanter Versorgung, die demografische Alterung sowie die Zunahme chronischer und komplexer Erkrankungen den Koordinationsbedarf in der häuslichen Pflege erheblich steigern. Der Vortrag definiert integrierte Versorgung als sektorenübergreifende, interprofessionelle Zusammenarbeit mit dem Patienten im Zentrum und betont die Spitex als zentrale Schnittstelle zwischen medizinischen, pflegerischen, sozialen und organisatorischen Bereichen. Auf der Grundlage von Interviewdaten aus Spitex-Organisationen und von Krankenversicherern zeigt Sibylle Fischbacher, MSc, dass Koordination weithin als systemrelevant angesehen wird, strukturell und tariflich jedoch weiterhin unzureichend abgegolten ist. Sie erläutert, dass die aktuelle Vergütung im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung Koordination nur in engen Grenzen abdeckt, insbesondere in komplexen oder instabilen Versorgungssituationen und vor allem dann, wenn sie von qualifizierten Pflegefachpersonen erbracht wird, während viele wesentliche Tätigkeiten wie telefonische Koordination, Prävention und Koordination während eines Spitalaufenthalts nicht verrechenbar bleiben. Die Präsentation identifiziert wesentliche Hürden, darunter unklare rechtliche Definitionen, heterogene Anforderungen der Versicherer, einen hohen administrativen Aufwand, das Fehlen standardisierter digitaler Schnittstellen sowie das Fehlen einer einheitlichen Definition eines komplexen Falls. Als mögliche Lösungen diskutiert Sibylle Fischbacher, MSc, Tarifreformen wie fallbezogene Pauschalen oder Komplexitätszuschläge, eine breitere Anerkennung von Advanced Practice Nurses und anderen Berufsgruppen, verpflichtende digitale Gesundheitsakten über Sektorengrenzen hinweg sowie Finanzierungsmodelle, die Qualität, Prävention und den tatsächlichen Koordinationsbedarf besser abbilden.
Datum
Dienstag, 6. Oktober 2026
Uhrzeit
08:00 – 08:45 Uhr
Dauer
45 Min.
Credits
1 CME-Punkt
Sprache
Deutsch
Lernziele
Abrechnungsmöglichkeiten, Herausforderungen und Lösungsansätze von Expert*innen von Spitexen, Versicherungen und Verband betrachten und über weitere diskutieren
Anbieter
Klinik Barmelweid
Vor Ort
Online
Als Webinar auf geriatrics-update.com. Den Zugangslink erhalten Sie vorab per E-Mail oder direkt hier auf dieser Seite.
MSc in Nursing Science (und dann auch) MSc in Health Economics and Management Sibylle Fischbacher,
Pflegeexpertin APN-CH Intensivpflege, Stadtspital Zürich Intensivstation
2013 dipl. Pflegefachperson FH in Transplant-, Viszeral, Thorax-Chirurgie (USZ) 2016 Intensivpflegefachperson NDS in Herz- und Gefässchirurgie (USZ) 2020 Masterstudium MSc in Pflegewissenschaften (Universität Basel) mit Forschung in Arbeitsbelastung 2022 Pflegeexpertin APN-CH in Intensivpflege (Stadtspital Zürich) 2024 Masterstudium MSc in Gesundheitsökonomie und -management (ZHAW) mit Projektarbeit zu Koordinationsleistungen