Geriatrics
Update
Vor Ort
Online

Datum
Dienstag, 17. Februar 2026
Uhrzeit
08:00 – 08:45 Uhr
Dauer
45 Min.
Credits
1 CME-Punkt
Sprache
Englisch
Lernziele
Learn how to support female doctors facing everyday sexism without creating defensiveness or escalation. Build ally skills that foster psychological safety.
Anbieter
Klinik Barmelweid
Vor Ort
Online
Als Webinar auf geriatrics-update.com. Den Zugangslink erhalten Sie vorab per E-Mail oder direkt hier auf dieser Seite.
Dr. Bettina Palazzo,
Busienss ethics expert, Palazzo Ethics Advisory Sarl, Lausanne
I’m a business ethics consultant helping companies make ethics engaging, practical, and human. After building KPMG Germany’s first ethics consulting practice and winning the Max-Weber Prize, I’ve spent 25+ years helping leaders turn integrity into real business energy. Since 2022, I train female doctors to stand up to everyday sexism and men to become allies who step in and speak up.
Unbewusste Vorurteile befeuern die Leaky Pipeline
Unbewusste Voreingenommenheit kumuliert sich im Laufe der Karriere und treibt die Leaky Pipeline: Rund 57 % der Medizinstudierenden sind Frauen, doch nur etwa 19 % der Klinikdirektor:innen/Chefärzt:innen sind Frauen. Eine Simulation mit einer 3-prozentigen Leistungsunterbewertung ergibt 3 % Frauen an der Spitze. Verbündete treiben geschlechteraufgeschlüsselte Daten, transparente Beförderungsverfahren sowie familienfreundliche und Antibelästigungssysteme voran.
Wirksame Allyship-Taktiken für den Alltag
Wirksame Verbündetenschaft wird täglich gelebt: Nutzen Sie die 5 Ds (direkt eingreifen, ablenken, delegieren, dokumentieren, nachbereiten), um Mikroaggressionen (z. B. ständige Unterbrechungen) zu unterbinden. Wenden Sie den Gender-Flip-Test an, um Sexismus zu erkennen. Begegnen Sie Beurteilungsverzerrungen, teilen Sie Chancen und laden Sie proaktiv qualifizierte Frauen zur Bewerbung ein, wenn Shortlists keine Geschlechterbalance aufweisen.
Sexuelle Belästigung: Verbreitung, Auswirkungen, Maßnahmen von Verbündeten
Sexuelle Belästigung ist weit verbreitet und schädlich: 31,3 % der Schweizer Ärztinnen und Ärzte berichten von Erfahrungen, überwiegend verbaler Natur; Täterinnen und Täter sind oft medizinische Kolleginnen und Kollegen, Patientinnen und Patienten sowie Vorgesetzte. Zu den Folgen gehören Stress, emotionale Erschöpfung, nachlassende Motivation, Konzentrationsschwierigkeiten und rund 7,5 % Fehlzeiten. Unterstützende greifen unmittelbar ein, erkundigen sich bei den Betroffenen und dokumentieren die Vorfälle zeitnah.
In der Fortbildung „Wie man als (männlicher) Verbündeter Ärztinnen unterstützt“, organisiert von der Klinik Barmelweid, präsentiert Dr. Bettina Palazzo Belege für anhaltende Geschlechterungleichheiten in der Medizin, obwohl Frauen 57% der Schweizer Medizinstudierenden ausmachen, aber nur 19% der Klinikdirektorinnen und -direktoren an Universitätsspitälern stellen. Sie erläutert, wie sich unbewusste Voreingenommenheit, eine männliche Normkultur und subtile Diskriminierung im Zeitverlauf kumulieren – veranschaulicht durch eine Simulation, in der eine um 3% geringere Leistungsbewertung von Frauen dazu führt, dass nach 10 Jahren und über acht Hierarchieebenen hinweg nur noch 3% an der Spitze vertreten sind. Dr. Palazzo skizziert strukturelle Handlungsoptionen für Verbündete: geschlechtsaufgeschlüsselte Daten zu Einstellungen, Bezahlung und Beförderungen einfordern; sich für transparente Rekrutierung und Beförderungen einsetzen; familienfreundliche Regelungen unterstützen; sowie eine umfassende Prävention sexueller Belästigung umsetzen. Sie betont das zwischenmenschliche Verbündetum, einschließlich des Entgegenwirkens voreingenommener Beurteilungen, der Stärkung informeller Netzwerke und gezielter Ansprache weiblicher Kandidatinnen sowie der Anwendung des „Gender-Flip“-Tests, um Alltagssexismus zu erkennen. Schweizer Daten zeigen, dass 31,3% der Ärztinnen und Ärzte sexuelle Belästigung erleben – überwiegend verbal –, wobei die Täter häufig medizinische Kolleginnen und Kollegen sowie Vorgesetzte und Patientinnen und Patienten sind; dies führt zu Stress, Erschöpfung, verringerter Motivation, Fehlzeiten und Abwanderung (7,5%). Um wirksam zu intervenieren, vermittelt sie ein von Aikido inspiriertes, nicht eskalierendes Instrumentarium – die Five Ds (direct, distract, delegate, document, delay) – mit praktischen Szenarien wie dem Ansprechen von Unterbrechungen in Sitzungen oder der Unterstützung von Kolleginnen und Kollegen im Operationssaal und im Umgang mit Patientinnen und Patienten. Sie kommt zu dem Schluss, dass Verbündetum eine zentrale Führungskompetenz ist und dass konsequente, kleine, gut getimte Interventionen auf persönlicher, Team- und Systemebene die Geschlechtergerechtigkeit und ein gesünderes Arbeitsumfeld messbar voranbringen.