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Demenz als geriatrisches Syndrom
Demenz stellt ein multidimensionales geriatrisches Syndrom dar, nicht nur eine Diagnose; sie spiegelt die biologische, funktionelle, psychiatrische, soziale und umweltbezogene Vorgeschichte sowie eine verringerte metabolische Resilienz gegenüber Stress wider.
Gebrechlichkeit, allostatische Last und Risiko
Gebrechlichkeit und allostatische Belastung treiben den kognitiven Abbau voran; eine multidimensionale Gebrechlichkeitsbeurteilung und eine longitudinale Überwachung identifizieren Patienten mit erhöhtem Demenzrisiko früher.
Das Management zielt auf veränderbare Determinanten ab.
Das Management konzentriert sich auf veränderbare Determinanten über den gesamten Lebensverlauf hinweg: Mangelernährung, Komorbiditäten, Polypharmazie, sensorische Defizite, Depression, soziale Isolation, Bewegung, Ernährung, Schlaf, Stress und kognitive Stimulation.
In der Fortbildungsveranstaltung „Demenz im höheren Lebensalter: ein zentrales geriatrisches Syndrom“, gehalten von Assoc. Prof. Virginia Boccardi und organisiert von der Klinik Barmelweid, wird Demenz als multidimensionales geriatrisches Syndrom und nicht als isolierte Hirnerkrankung dargestellt. Assoc. Prof. Boccardi betont, dass der kognitive Abbau eine beeinträchtigte metabolische Resilienz und eine verminderte Anpassungsfähigkeit an Stress widerspiegelt und damit die Alterung des Gehirns mit systemischen Kennzeichen des Alterns wie mitochondrialer Dysfunktion, zellulärer Seneszenz, epigenetischen Veränderungen und genomischer Instabilität verknüpft ist. Sie erklärt, dass das Gehirn einen hohen Energiebedarf hat und dass eine veränderte Energieverteilung zwischen Gehirn, Immunsystem und anderen Organen zu Delir, erhöhter Infektanfälligkeit, Mangelernährung, Gebrechlichkeit und dem Fortschreiten der Demenz beiträgt. Ein zentrales Thema ist das Zusammenspiel von Frailty, kognitiver Frailty und Demenz, verbunden mit der Empfehlung, bei gebrechlichen älteren Erwachsenen multidimensionale Beurteilungen und eine longitudinale kognitive Überwachung durchzuführen, da Frailty den Beginn einer Demenz beschleunigt. Die Vorlesung führt zudem den Begriff der allostatischen Last als kumulative biologische Belastung durch chronischen Stress ein, die durch Entzündung, oxidativen Stress, Gefäßschäden und metabolische Dysregulation gekennzeichnet ist, und bringt eine höhere allostatische Last mit einer erhöhten Prävalenz und Inzidenz von Demenz in Verbindung, insbesondere von vaskulärer und gemischter Demenz im späteren Leben. Assoc. Prof. Boccardi argumentiert, dass sich spät einsetzende Demenz grundlegend von früh einsetzender Alzheimer-Krankheit unterscheidet, weil sie aus dem Zusammenspiel mehrerer Determinanten entsteht, darunter Diabetes, Insulinresistenz, Adipositas, Hypertonie, Lebensstil, Depression, soziale Isolation, sensorische Defizite und Polypharmazie, und nicht aus einem einzelnen neuropathologischen Prozess. Aus geriatrischer Perspektive verlagert sich der Fokus daher von einer rein diagnostischen Klassifikation hin zur Erhaltung der Hirnreserve, Resilienz und Funktion durch Interventionen, die auf veränderbare Risiken wie Ernährung, Bewegung, Schlaf, soziale Teilhabe, geistige Anregung, Medikationsüberprüfung und die Behandlung von Komorbiditäten abzielen. Die Veranstaltung schließt mit der Feststellung, dass die Prävention von Demenz einen lebensverlaufsorientierten Ansatz erfordert und dass das Angehen zentraler veränderbarer Faktoren die Demenzinzidenz im späteren Leben erheblich senken kann.
Datum
Dienstag, 14. Juli 2026
Uhrzeit
08:00 – 08:45 Uhr
Dauer
45 Min.
Credits
1 CME-Punkt
Sprache
Englisch
Lernziele
Understand dementia as a core geriatric syndrome by recognizing its clinical features, diagnostic approach, progression, and impact on functional status, while identifying strategies for comprehensive management and caregiver support in older adults.
Anbieter
Klinik Barmelweid
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Als Webinar auf geriatrics-update.com. Den Zugangslink erhalten Sie vorab per E-Mail oder direkt hier auf dieser Seite.
Assoc. Prof. Virginia Boccardi,
Gerontology and Geriatrics, University of Perugia, Italy (IT)
Virginia Boccardi, MD, PhD, is a geriatrician and clinical researcher focusing on aging biology, frailty, and healthy longevity. Her work integrates clinical gerontology with molecular markers of aging, including telomeres, oxidative stress, and metabolic resilience. She has authored peer-reviewed publications, contributed to international aging research initiatives, and promotes evidence-based strategies to extend healthspan. Her mission is to transform aging into a proactive, measurable, and personalized process.