Geriatrics
Update
Vor Ort
Online

Datum
Dienstag, 30. Juni 2026
Uhrzeit
08:00 – 08:45 Uhr
Dauer
45 Min.
Credits
1 CME-Punkt
Sprache
Englisch
Lernziele
To learn what falls prevention strategies for older people living in residential aged care homes are supported by the current evidence.
Anbieter
Klinik Barmelweid
Vor Ort
Online
Als Webinar auf geriatrics-update.com. Den Zugangslink erhalten Sie vorab per E-Mail oder direkt hier auf dieser Seite.
Dr. Suzanne Dyer,
Senior Research Fellow, Flinders Health and Medical Research Institute, Flinders University, Australia (AU)
Dr Suzanne Dyer is a Senior Research Fellow at Flinders University, Australia, ranked in the top 2% of scientists in 2025. She has more than 20 years’ experience in evidence-based medicine methodologies including health technology assessment, meta-analysis and guideline development, with a focus on geriatrics for the past 10 years. She has authored 60 peer-reviewed publications and 25 contracted research reports, including national and international clinical practice guidelines, Cochrane Collaboration Reviews and research reports conducted for the Australian Aged Care Royal Commission.
Regelmäßige Bewegung verringert Stürze
Aktives Training reduziert Stürze in Pflegeeinrichtungen während des Interventionszeitraums, der Effekt bleibt jedoch nach Beendigung des Trainings nicht bestehen. Wirksame Programme nutzen beaufsichtigtes, individuell angepasstes Gruppentraining mit moderater oder niedriger Intensität oder bei gehfähigen Bewohnern mindestens eine Stunde pro Woche, einschließlich solcher mit kognitiver Beeinträchtigung.
Maßgeschneiderte multifaktorielle Interventionen wirken
Multifaktorielle Interventionen verringern Stürze, wenn ihre Umsetzung auf die individuellen Umstände der Bewohner zugeschnitten ist und das Personal der Einrichtung aktiv eingebunden wird. Die Evidenz zeigt, dass bei der Sturzprävention in Pflegeeinrichtungen die Umsetzung und nicht die spezifischen Interventionskomponenten die Wirksamkeit bestimmt.
Vitamin D und Milchprodukte zeigen Vorteile
Die Supplementierung mit Vitamin D verringert die Sturzrate. Die Supplementierung mit Milchprodukten durch eine Speiseplangestaltung, die mindestens drei tägliche Portionen vorsieht, verringert das Risiko von Stürzen und Frakturen, einschließlich Hüftfrakturen, obwohl die Evidenzsicherheit für die Supplementierung mit Milchprodukten weiterhin gering bleibt.
In der Fortbildungsveranstaltung „Stürze in Pflegeeinrichtungen: was wirkt – und was nicht – in der Cochrane-Evidenz 2025“, organisiert von der Klinik Barmelweid, stellt Dr. Suzanne Dyer den aktualisierten Cochrane-Review 2025 zur Sturzprävention bei älteren Menschen vor, die in Pflegeeinrichtungen leben. Sie berichtet, dass der Review 104 randomisierte kontrollierte Studien mit nahezu 70.000 Teilnehmenden aus 25 Ländern umfasst und Metaanalysen, Subgruppenanalysen sowie neuartige qualitative Methoden nutzt, um die Heterogenität zwischen den Studien zu erklären. Dr. Dyer zeigt, dass gezielte Bewegungsprogramme sowohl die Sturzrate als auch das Risiko zu stürzen am Ende der Interventionsperiode verringern, dieser Effekt jedoch nach Beendigung des Trainingsprogramms nicht erhalten bleibt, was darauf hinweist, dass Bewegung dauerhaft fortgeführt werden muss. Sie erklärt weiter, dass die wirksamsten Trainingsansätze überwachte, individuell angepasste Gruppenprogramme mit moderater oder niedriger Intensität sind, oder Programme von mindestens einer Stunde pro Woche für Bewohnerinnen und Bewohner, die gehen können, einschließlich solcher mit kognitiver Beeinträchtigung. Der Review findet außerdem Evidenz mittlerer Sicherheit dafür, dass eine Vitamin-D-Supplementierung die Sturzrate senkt, während Evidenz niedriger Sicherheit aus einer großen australischen Studie darauf hindeutet, dass eine Erhöhung der Milchproduktzufuhr auf mindestens drei Portionen pro Tag Stürze und Frakturen, einschließlich Hüftfrakturen, verringern könnte. Im Gegensatz dazu zeigt eine alleinstehende Optimierung der Medikation keinen klaren Gesamteffekt auf Stürze, obwohl Dr. Dyer betont, dass die Überprüfung der Medikation ein wichtiger Bestandteil wirksamer multifaktorieller Interventionen bleibt und strukturiert sowie mindestens alle sechs Monate wiederholt werden sollte. Abschließend kommt sie zu dem Schluss, dass multifaktorielle Interventionen Stürze dann reduzieren, wenn sie wirklich an die Merkmale der Bewohnerinnen und Bewohner angepasst sind und in enger Zusammenarbeit mit dem Personal der Einrichtung umgesetzt werden, was unterstreicht, dass die Wirksamkeit nicht nur vom Inhalt der Intervention, sondern auch von ihrer Umsetzung abhängt.