Geriatrics
Update
Vor Ort
Online

Datum
Dienstag, 26. Mai 2026
Uhrzeit
08:00 – 08:45 Uhr
Dauer
45 Min.
Credits
1 CME-Punkt
Sprache
Deutsch
Lernziele
Einblick in das Gebiet der Geriatrischen Urologie mit Status quo und Ausblick.
Anbieter
Klinik Barmelweid
Vor Ort
Online
Als Webinar auf geriatrics-update.com. Den Zugangslink erhalten Sie vorab per E-Mail oder direkt hier auf dieser Seite.
Priv.-Doz Dr. med. Martin Umbehr,
Leitender Arzt, Klinik für Urologie, Stadtspital Zürich
Medizinstudium an der Universität Zürich mit Abschluss 2003. Beginn der urologischen Tätigkeit 2026, Facharzt-Titel 2012. Ausland-Aufenthalte 2010 und 2011 mit Fellowship in Epidemiologie an der Johns Hopkins Universität in Baltimore, USA. Erreichen der Venia legendi 2022. Klinische Schwerpunktgebiete sind Prostatakarzinom-Diagnostik und Geriatrische Urologie. Privat verheiratet, zwei Kinder, wohnhaft in der Ostschweiz.
Die Indikation für einen Katheter erfordert eine strenge Überprüfung.
Eine Langzeitkatheterisierung dient als Überbrückung bei nicht behobener dekompensierter Funktionsstörung der unteren Harnwege. Die Indikation erfordert eine sorgfältige Prüfung, da Berichten zufolge 30–50 % der Indikationen für eine Langzeitkatheterisierung fraglich sind. Die Akzeptanz durch Patienten, Angehörige und Pflegeteams bleibt essenziell.
Zur Vorbeugung von Komplikationen ist eine individuelle Erhaltungstherapie erforderlich.
Das Komplikationsmanagement konzentriert sich auf Infektionen, Funktionsstörungen, Blasensteine, Abhängigkeit und Beschwerden. Die Prävention beruht auf einem individualisierten Pflegeplan mit regelmäßiger Neubewertung, angepassten Drainagesystemen, Katheterwechseln alle 4–8 Wochen, Beutelwechseln etwa wöchentlich sowie gezieltem Spülen oder Dekontaminieren bei Bedarf.
Kein einzelnes Entwässerungssystem ist universell überlegen
Transurethrale, suprapubische, intermittierende und kondombasierte Systeme weisen jeweils spezifische Vorteile und Einschränkungen auf. Die suprapubische Drainage ist hinsichtlich langfristiger Infektionsergebnisse und des Komforts tendenziell etwas günstiger, aber es gibt keine einheitlich beste Option; die Wahl des Systems bleibt patientenspezifisch.
In der Fortbildungsveranstaltung „Katheterassoziierte Komplikationen: Prävention und Management im geriatrischen Setting“, organisiert von der Klinik Barmelweid, präsentiert Priv.-Doz. Dr. med. Martin Umbehr einen strukturierten Überblick über die langfristige Harnableitung mittels Katheter bei älteren Erwachsenen. Er betont, dass Blasenfunktionsstörungen, insbesondere Inkontinenz und Miktionsstörungen, in geriatrischen Populationen und in Pflegeheimen sehr häufig sind und dass die Langzeitkatheterisierung eine erhebliche klinische und gesundheitsökonomische Belastung darstellt. Anhand des Falls einer 84-jährigen Patientin veranschaulicht er, dass ein Harnkatheter keine definitive Therapie, sondern eine Überbrückungsmaßnahme bei einem ungelösten zugrunde liegenden Problem ist, und er unterstreicht, dass die Indikation kritisch überprüft werden muss, da sie häufig fragwürdig ist. Dr. Umbehr beschreibt die wichtigsten Ableitungsoptionen – transurethraler Katheter, suprapubischer Katheter, intermittierender Selbst- oder Fremdkatheterismus und Kondomurinal – und erläutert, dass die Wahl vom individuellen klinischen Kontext, der funktionellen Kapazität und den Präferenzen der Patientin bzw. des Patienten abhängt. Er bespricht relevante Komplikationen, darunter Harnwegsinfektionen, Katheterdysfunktion, parakatheterische Leckage, Obstruktion, Blasensteine, Beschwerden und psychosoziale Abhängigkeit, und weist darauf hin, dass die suprapubische Katheterisierung in ausgewählten Bereichen gewisse Vorteile bieten kann, jedoch keine allgemein überlegene Lösung existiert. Eine zentrale Botschaft ist die Notwendigkeit eines individualisierten „Erhaltungspakets“, einschließlich regelmäßiger Neubewertung, hygienischer Maßnahmen, geplanter Beutel- und Katheterwechsel, mechanischer Spülungen und – wenn indiziert – Dekontaminationsstrategien. Abschließend stellt er fest, dass ein erfolgreiches Management eine korrekte Indikationsstellung, die Akzeptanz durch die Patientin bzw. den Patienten und das Umfeld sowie eine maßgeschneiderte Nachsorge erfordert, die darauf abzielt, Komplikationen zu minimieren und die Lebensqualität zu verbessern.