Geriatrics
Update
Vor Ort
Online

Datum
Dienstag, 24. März 2026
Uhrzeit
08:00 – 08:45 Uhr
Dauer
45 Min.
Credits
1 CME-Punkt
Sprache
Deutsch
Lernziele
benennen, welche medizinischen Qualitätsindikatoren (MQI) aktuell gemessen und öffentlich rapportiert werden
benennen, wie die MQI im Rahmen von NIP-Q-UPGRADE angepasst wurden
die neuen MQI zur Gesundheitlichen Vorausplanung und Medikationsreview erklären
benennen, was die aktuellen Herausforderung für vergleichbare Messungen sind
die von NIP-Q-UPGRADE neu entwickelten Instrumente zur Verbesserung der Datenqualität benennen und anwenden
Anbieter
Klinik Barmelweid
Vor Ort
Online
Als Webinar auf geriatrics-update.com. Den Zugangslink erhalten Sie vorab per E-Mail oder direkt hier auf dieser Seite.
Asst. Prof. Dr. Franziska Zúñiga,
Tenure track, Pflegewissenschaft - Nursing Science (INS), Universität Basel
Prof. Dr. Franziska Zúñiga ist Assistenzprofessorin für Pflegewissenschaft an der Universität Basel. Ihre Forschung fokussiert auf Qualität in der Langzeitpflege, Implementierung evidenzbasierter Modelle und nachhaltige Versorgungsinnovationen. Sie hat die wissenschaftliche Leitung des nationalen Implemementierungsprogramms NIP-Q-UPGRADE zur Stärkung der datenbasieren Qualitätsentwicklung in der Langzeitpflege und verfügt über langjährige Expertise zu den nationalen Qualitätsindikatoren.
MQIs unterstützen die Qualitätsentwicklung, nicht Ranglisten
Medizinische Qualitätsindikatoren sorgen für Rechenschaftspflicht, Überwachung und eine Grundlage für Qualitätsverbesserungen, decken jedoch nur einen Teil der Pflegeheimversorgung ab. Sie erfassen weder die Gesamtstruktur, die Prozessqualität noch die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner und sind nicht geeignet, Einrichtungen zu vergleichen.
Datenqualität bestimmt die Nützlichkeit von Indikatoren
Eine verlässliche Nutzung von MQI erfordert klare Messregeln, standardisierte Zählweisen, das Bewusstsein des Personals und Rückkopplungsschleifen. Das Transkript identifiziert Variabilität bei der Schmerzmessung, der Zählung von Polypharmazie, Schnittstellen, der Dokumentation und der Klarheit beruflicher Rollen als zentrale Barrieren für eine valide öffentliche Berichterstattung und lokale Qualitätszyklen.
Drei Indikatoren betonen interprofessionelle Prozesse
Die aktuelle Entwicklung konzentriert sich auf Polypharmazie, Medikationsüberprüfung und vorausschauende Versorgungsplanung. Die Zählung von Polypharmazie ist standardisiert und wird zunehmend automatisiert. Die Medikationsüberprüfung wird als interprofessioneller Prozess definiert. Die vorausschauende Versorgungsplanung dokumentiert Präferenzen hinsichtlich der Behandlungsintensität und erfordert eine Koordination zwischen Pflegefachkräften und medizinischem Personal.
In der Fortbildungsveranstaltung „Medizinische Qualitätsindikatoren in der Praxis: Bessere Daten für die Qualitätsentwicklung“, organisiert von der Klinik Barmelweid, stellt Asst. Prof. Dr. Franziska Zúñiga die Rolle medizinischer Qualitätsindikatoren in der Langzeitpflege vor und erläutert, wie diese Daten die Qualitätsentwicklung unterstützen. Sie skizziert die rechtliche Grundlage nach Artikel 59a KVG, die aktuelle öffentliche Berichterstattung zu sechs Indikatoren sowie den vollständigen Datenzyklus von der Bewohnerbeurteilung bis zur Publikation und betont dabei, dass diese Indikatoren risikoadjustiert sind und der Qualitätsverbesserung und nicht dem Ranking von Institutionen dienen. Ein zentraler Schwerpunkt ist das Problem der Datenqualität, einschließlich uneinheitlicher Erfassungspraktiken, unklarer Zählregeln, softwarebedingter Variabilität, begrenzter Rückmeldungen an das Personal und Herausforderungen in der interprofessionellen Zusammenarbeit, insbesondere mit Ärztinnen und Ärzten. Im nationalen Umsetzungsprogramm „NIP-Q-UPGRADE“ beschreibt sie Maßnahmen zur Verbesserung der Datenqualität, zur Stärkung der datenbasierten Qualitätsentwicklung mithilfe des PDCA-Zyklus sowie zur Erprobung neuer Indikatoren. Sie erörtert ausführlich die Weiterentwicklung der Indikatoren zu Polypharmazie, interprofessioneller Medikationsüberprüfung und gesundheitlicher Vorausplanung, einschließlich überarbeiteter Definitionen, Dokumentationsanforderungen, Ausschlusskriterien und Herausforderungen bei der Umsetzung. Für die Polypharmazie hebt sie den Übergang zu einer standardisierten und automatisierten Zählung von Wirkstoffen hervor; für die Medikationsüberprüfung definiert sie minimale interprofessionelle Prozesskriterien; und für die gesundheitliche Vorausplanung präzisiert sie die Dokumentation von Präferenzen zur Behandlungsintensität in Bezug auf Reanimation, Hospitalisierung und lebensverlängernde Behandlung. In der Diskussion geht sie zudem auf die ungeklärte Frage der Finanzierung von Medikationsüberprüfungen ein und weist darauf hin, dass weitere Evidenz erforderlich ist, um Bewohnergruppen zu identifizieren, die am meisten von diesen Interventionen profitieren.