Mindset Matters: Wie Altersbilder unsere Gesundheit bis ins Alter beeinflussen
Vor Ort
Online

Informationen
Veranstaltung
Datum
Dienstag, 17. März 2026
Uhrzeit
08:00 – 08:45 Uhr
Dauer
45 Min.
Credits
1 CME-Punkt
Sprache
Deutsch
Lernziele
Verstehen, was Altersbilder sind und welch vielfältige Formen Altersbilder einnehmen. Erkennen, welche weitreichenden gesundheitlichen Einflüsse Altersbilder haben.
Zugang
Anbieter
Klinik Barmelweid
Vor Ort
Online
Als Webinar auf geriatrics-update.com. Den Zugangslink erhalten Sie vorab per E-Mail oder direkt hier auf dieser Seite.
Referent:in
PhD Christina Röcke,
Co-Direktorin, Healthy Longevity Center, Universität Zürich
Christina Röcke ist Psychologin mit Schwerpunkt Entwicklung im Erwachsenenalter und Alter. Sie hat am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung und der Freien Universität Berlin promoviert. Sie ist Co-Direktorin des UZH Healthy Longevity Centers der Universität Zürich und wiss. Geschäftsführerin des dortigen Zentrums für Gerontologie. In ihrer Forschung nutzt sie mobile Technologien wie aktive und passive Sensoren zur Messung von subjektivem Wohlbefinden und Emotionsdynamik sowie Alltags-Aktivitäten, Mobilität und deren Auswirkungen auf die Gesundheit im Erwachsenenalter und im Alter.
Altersbilder und gesunde Langlebigkeit
Altersbilder prägen Ergebnisse: Positive Überzeugungen stehen mit geringerem Stress, besserer Kognition/kardiovaskulärer Gesundheit, höherer Therapietreue und einem um ~7,5 Jahre längeren Überleben in Verbindung; funktionelle Verbesserungen treten häufiger auf. Altersdiskriminierung erhöht Morbidität und Kosten (~63 Mrd. US-Dollar/Jahr); Versorgung fördert oft Abhängigkeit. Interventionen: ressourcenorientierte Rahmung, intergenerationeller Dialog, Vermeidung von Othering und übermäßig positiven Stereotypen, Förderung von Selbstwirksamkeit und Unabhängigkeit.
In der Weiterbildung „Mindset Matters: Wie Altersbilder unsere Gesundheit bis ins Alter beeinflussen“, organisiert von der Klinik Barmelweid, präsentiert Dr. Christina Röcke, PhD (UC Longevity Center, Co-Direktorin), Belege dafür, wie Altersüberzeugungen Gesundheit und Langlebigkeit prägen. Sie definiert Altersbilder als Überzeugungen über das Altern sowohl als Zustand wie auch als Prozess und über ältere Erwachsene als soziale Gruppe und unterscheidet zwischen individuellen vs. gesellschaftlichen, selbst- vs. fremdbezogenen, expliziten vs. impliziten sowie domänenspezifischen Sichtweisen, die häufig nebeneinander bestehen und miteinander in Konflikt geraten. Historische Textanalysen deuten auf eine langfristige Verschiebung hin zu negativeren, stärker medizinisierten Darstellungen des Alterns, während Schweizer Umfragedaten überwiegend positive Zuschreibungen (z. B. Gelassenheit, Weisheit) neben Sorgen wie Abbau und Einsamkeit zeigen; ältere Befragte bewerten die positiven Aspekte höher als jüngere. Sie kontrastiert Normen der Aktivierung versus des Rückzugs im späteren Leben und plädiert für eine ausgewogene Perspektive, die Ressourcen, Stabilität und Verletzlichkeit anerkennt, ohne extreme, pauschale Erwartungshaltungen zu fördern. Experimentelle und longitudinale Befunde zeigen, dass Altersüberzeugungen physiologischen Stress, kardiovaskuläres Risiko, Gedächtnis, Demenzpathologie, Gesundheitsverhalten und Therapietreue beeinflussen; positivere Altersüberzeugungen gehen mit besserer Kognition und besserem Gang über bis zu 12 Jahre sowie mit einem medianen Überlebensvorteil von etwa 7,5 Jahren einher. Diese Effekte wirken über psychologische (Selbstwirksamkeit, Kontrolle), verhaltensbezogene (Gesundheitspraktiken) und physiologische (Stressreaktion) Mechanismen und spiegeln die Verkörperung über die gesamte Lebensspanne wider. Sie erläutert, wie Stereotype, Vorurteile und diskriminierende Praktiken in der Pflege erlernte Abhängigkeit fördern, die wahrgenommene Fachkompetenz älterer Beschäftigter einschränken und dem Gesundheitssystem erhebliche Kosten auferlegen (z. B. schätzungsweise 63 Milliarden US-Dollar in einem Jahr in den USA), und weist zugleich auf Altersdiskriminierung gegenüber jüngeren Kohorten hin. Sie schließt mit praktischen Ansatzpunkten für Klinikerinnen und Kliniker, Forschende und die Gesellschaft: präzise, nicht-ausgrenzende Sprache und Bildsprache verwenden, intergenerationellen Dialog fördern, reine Defizit- oder „Super-Ager“-Narrative vermeiden, stärkenorientierte Bewältigung unterstützen und routinemäßig reflektieren, wie das bloße Alter Interaktionen und Entscheidungen in klinischen und organisatorischen Kontexten prägen kann.
