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KI in der Pharmakotherapie

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Online

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Informationen

Veranstaltung

Datum

Dienstag, 10. Februar 2026

Uhrzeit

08:00 – 08:45 Uhr

Dauer

45 Min.

Credits

1 CME-Punkt

Sprache

Deutsch

Lernziele

Wie wird KI in der medikamentösen Behandlung zur Zeit eingesetzt? Welchen Ansätzen kann ich vertrauen? Wie kann ich selbstbestimmt von diesen neuen Möglichkeiten profitieren?

Zugang

Anbieter

Klinik Barmelweid

Vor Ort

5017 Barmelweid

Haus B

Raum Buechbach

Online

Als Webinar auf geriatrics-update.com. Den Zugangslink erhalten Sie vorab per E-Mail oder direkt hier auf dieser Seite.

Referent:in

PD Dr. med. et phil. Felix Hammann

PD Dr. med. et phil. Felix Hammann,

Oberarzt, Klinische Pharmakologie und Toxikologie, Universitätsklinik fürAllgemeine Innere Medizin, Inselspital, Universitätsspital Bern

Felix Hammann hat seine klinischen Schwerpunkte in klinischer Pharmakologie und allgemeiner innerer Medizin. Seine Forschung betrifft personalisierte Medizin, antiinfektive Therapien und KI im klinischen Alltag, der Vorhersage von Arzneiwirkungen und translationaler Medizin.

KI in der Pharmakotherapie: Verheißung und Gefahr

KI umfasst die Arzneimittelentwicklung, die Behandlung am Krankenbett und die personalisierte Dosierung, doch übermäßige Abhängigkeit birgt das Risiko eines Kompetenzverlusts. Nach drei Monaten KI-gestützter Endoskopie sinkt die Adenom-Detektionsrate von 28,5 % auf 22,5 %, wenn die Unterstützung endet. Behandeln Sie KI als Werkzeug; bewahren Sie das klinische Urteilsvermögen.

LLMs für die Therapie: Kontext und Vorsicht

LLMs unterstützen die Therapieplanung, wenn ihnen der vollständige klinische Kontext vorliegt. Der Gabapentin-Fall zeigt die Überwachung der Nierenfunktion und eine Dosisanpassung bei einer GFR von 30 ml. Kuratierte, lokal gehostete Modelle verbessern die Zuverlässigkeit. Zu den besten Einsatzgebieten gehören Entscheidungsunterstützung und Ausbildung; stets validieren und Halluzinationen berücksichtigen.

Personalisierte, erklärbare, ärztlich geleitete Dosierung

Individualisierte Dosierung integriert klassische pharmakologische Modelle und TDM mit EHR-gestützten neuronalen Modellen zur Vorhersage von Wirkstoffkonzentrationen. Curate AI identifiziert eine Goldlöckchen-Zone und verbessert die Verträglichkeit, insbesondere in geriatrischen und palliativen Versorgungskontexten. Behandelnde und Patientinnen/Patienten im Prozess eingebunden halten. Risiken durch Black-Box-Charakter, begrenzte Anwendbarkeit, mangelhafte Datenqualität und Verzerrungen mittels erklärbarer KI mindern.

Die Weiterbildungsveranstaltung „KI in der Pharmakotherapie“, organisiert von der Klinik Barmelweid und gehalten von PD Dr. med. et phil. Felix Hammann (Klinische Pharmakologie, Inselspital Bern), gibt einen Überblick über sich rasant entwickelnde KI-Anwendungen in der Arzneimittelentwicklung, der Versorgung am Krankenbett und der personalisierten Dosierung und betont dabei den kritischen, selbstbestimmten Einsatz von KI als Werkzeug statt als Autorität. Er präsentiert Belege für einen Fähigkeitsabbau unter KI-Unterstützung und verweist auf eine polnische Endoskopiestudie, in der die Adenom-Detektionsrate drei Monate nach dem Entfernen der KI-Unterstützung von 28,5 % auf 22,5 % sinkt. Ein Gabapentin-Fall veranschaulicht Chancen und Fallstricke von LLMs bei der Therapiegestaltung: Nur wenn die Nierenfunktion (eGFR 30 ml/min) explizit angegeben wird, priorisiert das Modell die Dosisanpassung; zudem liefert ein lokal kuratiertes, in der Schweiz gehostetes LLM vorsichtigere, stärker am Mainstream ausgerichtete Empfehlungen. Didaktische Anwendungsfälle umfassen Rollenspiele mit LLMs, um strukturierte, adaptive Lernpläne für neue klinische Rollen zu generieren. Für die personalisierte Dosierung stellt er die klassische a-priori/a-posteriori-Pharmakokinetik (PK) und das Therapeutische Drug Monitoring (TDM; einschließlich eines Pilot-Webtools für Antibiotika) den aufkommenden, in elektronische Gesundheitsakten (EHR) integrierten neuronalen Netzen gegenüber und hebt CurateAI hervor, um eine „Goldlöckchen-Zone“ für Kombinationstherapien zu finden, was Verträglichkeit und Anpassungsfähigkeit in komplexen Settings wie Geriatrie und Palliativversorgung verbessert. Er erörtert vernetzte, mit EHRs verbundene Infusionspumpen, die die Arzneimittelsicherheit erhöhen und dynamische Dosierungen ermöglichen, weist aber auch auf Grenzen des Anwendungsbereichs, Schwachstellen bei der Datenqualität und Black-Box-Bedenken hin; Methoden der erklärbaren KI (z. B. Salienz, Merkmalswichtigkeit, SHAP) tragen dazu bei, Vertrauen aufzubauen und Verzerrungen offenzulegen. Die Sitzung unterstreicht die Risiken algorithmischer Verzerrungen (z. B. kostenbasierte Risikomodelle, die Schwarze Patientinnen und Patienten benachteiligen) sowie den heterogenen Schweizer Kontext (Sprachen, regionale Praxis, demografische und sozioökonomische Vielfalt) als Herausforderungen für die Validierung. In der Diskussion werden frühe niederländische Studien in der Langzeitpflege erwähnt, in denen Wearable-gestützte KI die Dosierung in der Delirtherapie unterstützt; insgesamt wird empfohlen, KI dort einzusetzen, wo sie validiert ist – insbesondere in der Aus- und Weiterbildung –, wobei klinisches Denken, Kontext und klinische Aufsicht gewahrt bleiben.

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