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Oropharyngeale Dysphagie als Neurogeriatrisches Syndrom

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Informationen

Veranstaltung

Datum

Dienstag, 3. Februar 2026

Uhrzeit

08:00 – 08:45 Uhr

Dauer

45 Min.

Credits

1 CME-Punkt

Sprache

Englisch

Lernziele

diagnose unclear dysphagia, understand instrumental assessments, apply protective & rehabilitative treatments

Zugang

Anbieter

Klinik Barmelweid

Vor Ort

5017 Barmelweid

Haus B

Raum Buechbach

Online

Als Webinar auf geriatrics-update.com. Den Zugangslink erhalten Sie vorab per E-Mail oder direkt hier auf dieser Seite.

Referent:in

Priv.-Doz. Dr. Bendix Labeit

Priv.-Doz. Dr. Bendix Labeit,

Facharzt, Universitätsklinikum Düsseldorf, Deutschland (DE)

Neurology physician & clinician scientist focused on neuroscience, geriatrics, and rehabilitation. I translate research into clinical solutions. Expert in dysphagia, using advanced diagnostics such as FEES, MEG, fMRI, and BIA. Published in leading journals including Lancet Neurology, Neurology, Movement Disorders, Stroke, Nature Parkinson’s Disease, GeroScience, JAMDA, and Dysphagia. My goal is to improve quality of life and reduce mortality in neurogeriatric patients with dysphagia.

Dimensionen und Risiken der Dysphagie

Oropharyngeale Dysphagie umfasst eine beeinträchtigte Effizienz (unzureichende orale Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme, die zu Mangelernährung und Dehydratation führt) und eine beeinträchtigte Sicherheit (Eindringen in die Atemwege, das zu Aspiration und Pneumonie führt). Diese Komplikationen verschlechtern die Behandlungsergebnisse, erhöhen die Gebrechlichkeit und verringern die Lebensqualität bei neurologischen und geriatrischen Patientinnen und Patienten.

Die instrumentelle Beurteilung ist unerlässlich.

Klinisches Screening (z. B. Wasserschlucktests, indirekte Zeichen, Larynxhebung) weist eine begrenzte Sensitivität und Spezifität auf. Instrumentelle Diagnostik – Videofluoroskopie und FEES – dienen als komplementäre Goldstandards; die FEES ermöglicht eine bettseitige Visualisierung und sensorische Testung, während die Videofluoroskopie alle Schluckphasen abbildet, jedoch eine Strahlenexposition und Kooperation erfordert.

Phänotyp-gesteuerte, krankheitsspezifische Behandlung

Phänotypen der Dysphagie umfassen prädeglutitiven Bolusübertritt, einen aufgrund verminderter Sensibilität verzögerten Schluckreflex, pharyngeale Residuen (Valleculae, Sinus piriformes, Timing des oberen Ösophagussphinkters), pharyngeale Bewegungsstörungen (z. B. Einfrieren), Ermüdung sowie komplexe Probleme. Ihre Verteilung unterscheidet sich je nach Erkrankung und leitet gezielte Therapien, Mundhygiene, Ernährung und den Zeitpunkt der PEG-Anlage.

Die Fortbildung „Oropharyngeale Dysphagie als Neurogeriatrisches Syndrom“, organisiert von der Klinik Barmelweid und präsentiert von Priv.-Doz. Dr. Bendix Labeit, behandelt Definition, Diagnostik, Phänotypisierung und Management der neurogenen oropharyngealen Dysphagie. Der Kurs definiert Dysphagie entlang der Dimensionen Ineffizienz (Risiko für Mangelernährung und Dehydratation) und Sicherheit (Risiko für Penetration/Aspiration und Pneumonie) und betont die Auswirkungen auf Morbidität, Mortalität und Lebensqualität. Die Neuroanatomie und die Steuerung des Schluckens werden dargestellt; im Einklang mit einem aktuellen systematischen Review und einer Klassifikation wird ein phänotypbasierter Ansatz vorgeschlagen. Schweregradmaße wie die Rosenbek-Penetrations-/Aspirationsskala werden herangezogen. Zu den zentralen Phänotypen zählen vorzeitiges Auslaufen in den Pharynx aufgrund beeinträchtigter oraler Boluskontrolle, verzögerte Schluckauslösung infolge sensorischer Defizite, pharyngeale Residuen in den Valleculae und den Sinus piriformes bei reduzierter pharyngealer Kontraktion oder limitierter Öffnung des oberen Ösophagussphinkters, oropharyngeale Bewegungsstörungen (einschließlich „Freezing“ bei parkinsonischen Syndromen) sowie Ermüdbarkeit bei Myasthenia gravis (veranschaulicht durch eine positive Edrophonium-/Tensilon-Reaktion). Es werden klinische Screenings (z. B. Wasserschlucktests, der Volumen-Viscosity-Schlucktest sowie indirekte Zeichen wie nasse/gurgelige Stimme oder Husten) diskutiert, mit klaren Grenzen hinsichtlich Sensitivität/Spezifität und stiller Aspiration; instrumentelle Goldstandards bleiben die videofluoroskopische Schluckstudie (VFSS) und die flexible endoskopische Evaluation des Schluckens (FEES), jeweils mit spezifischen Vorteilen und Einschränkungen. Das Management integriert krankheitsspezifische Therapien (z. B. dopaminerge Medikation bei Morbus Parkinson; Acetylcholinesterase-Hemmer und Immuntherapie bei Myasthenia gravis), logopädische und verhaltensorientierte Interventionen sowie phänotypgeleitete Strategien, einschließlich gezielter Ansätze bei Dysfunktionen des oberen Ösophagussphinkters, wo angemessen. Unterstützende Maßnahmen umfassen eine konsequente Mundhygiene, Konsistenz- und Viskositätsanpassungen der Nahrung, eine frühzeitige ernährungsmedizinische Abklärung mit rechtzeitiger Erwägung enteraler Ernährung (PEG) vor erheblichem Gewichtsverlust im Einklang mit den Zielen der Patientin/des Patienten, die Vermeidung prophylaktischer Antibiotika zur Prävention der Aspirationspneumonie sowie leitlinienkonforme Entscheidungen gegen enterale Ernährung bei fortgeschrittener Demenz.

Organisiert durch

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